IV. Kompanie des IBSV e.V.
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Bilder und Berichte von unseren Kompaniefahrten

Überblick:


Kompaniefahrt 2017 Düsseldorf (Uwe Klippert, Manuela Bohne)
Kompaniefahrt 2016 Bonn (Uwe Klippert, Manuela Bohne)
Kompaniefahrt 2015 Detmold
(Uwe Klippert)
Stammzugfahrt 2015 Münster (Stefan Lenke)
Kompaniefahrt 2014 Lünenburg (Manuela Bohne)
Kompaniefahrt 2013 Aachen (Klaus Opterbeck)
Kompaniefahrt 2012 Koblenz (Klaus Opterbeck)
Kompaniefahrt 2011 Wien (Klaus Opterbeck)
Kompaniefahrt 2010 Essen (Uwe Klippert)
Kompanieausflug 2009 (Uwe Klippert)
Kompaniefahrt 2008 in die Toskana (Uwe Klippert)
Kompanieausflug 2007 (Uwe Klippert)
Kompanieausflug 2005 (Uwe Klippert)
Kompaniefahrt in den Spessart (Uwe Klippert)
Ein Blick über den Tellerrand  (Klaus Opterbeck)


 Kompaniefahrt 2017 - Düsseldorf

Am 23.September 2017 startete pünktlich um 8.00 Uhr am Stadtbahnhof Iserlohn die Kompaniefahrt 2017 der 4.Kp IBSV. Das Ziel der 35-köpfigen Reisegruppe war die NRW Landeshauptstadt Düsseldorf.

  

  

Erster Halt und schon vor Ort - rustikales Frühstück auf dem Parkplatz der Rheinterrassen mit Wurstbrötchen, Fleischwurst und Käse.

  

  

  

  

  

  

  

Danach stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, bei der wir viele interessante Informationen rund um die Landeshauptstadt erfahren haben. Auch ein Rundgang um den Landtag gehörte dazu.

  

     

  

  

 

Die Rundfahrt endete direkt vor unserem Hotel, dem „Motel One“. Nach dem Einchecken in dem sehr guten Hotel und einer kleinen Verschnaufpause, um sich etwas frisch zu machen, stand der nächste Programmpunkt, zu dem sich die Reisegruppe in zwei Teile trennte, an. Während ein Teil Zeit zur freien Verfügung hatte und die Düsseldorfer Altstadt, die Rheinpromenade oder die „Kö“ erkundete, besuchte der andere Teil das „Musikfest der Bundeswehr“. 700 Mitwirkende aus 7 Nationen versprachen gute Unterhaltung auf höchstem Niveau, und die Veranstaltung hielt was sie versprach. Einziger Wermutstropfen: Unser Busfahrer hat im Großstadtgewühl unser Hotel nicht direkt wiedergefunden, sodaß wir zu spät am „ISS-Dome“ ankamen und somit einen Teil der Vorstellung verpassten. Dennoch war es ein großes Erlebnis und eine tolle Show.

  

  

  

  

  

  

Zum Abendessen trafen sich beide Gruppen in der Düsseldorfer Altstadt im Brauereirestaurant „Zum Schlüssel“ wieder. Hier wurde in gemütlicher Runde im „Schlüssel-Stübchen“ sehr lecker und reichhaltig gegessen, sowie das ein- oder andere „Alt“ und „Killepitsch“ konsumiert.

  

  

  

  

  

  

  

  

Am nächsten Morgen wurde es nach ausgiebigem Genuß des reichhaltigen Frühstücksbuffets karnevalistisch. Nach einem kurzen Bummel durch die Altstadt und über die Rheinpromenade besuchten wir das Karnevalsmuseum des „Comitee Düsseldorfer Carneval“.

  

  

  

  

  

  

Die rund 1-stündige Führung im Museum verlief dank des sachkundigen und gut aufgelegten Führers äußerst kurzweilig. Rosenmontagszug und Mottowagen, Orden und Garden, Prinz und Venetia, Originale und Persönlichkeiten, es gab viele interessante und lustige Dinge rund um den Düsseldorfer Karneval zu hören und zu sehen.

  

  

  

  

  

  

  

Nachdem wir uns für die Führung mit einem dreifachen „Iserlohn - Man Tau“ bedankt haben, folgte der nächste Höhepunkt - Mittagessen!

In der Außengastronomie in den Kasematten der Rheinpromenade ließen wir uns bei bestem Wetter, wieder beim „Schlüssel“, einen kleinen Imbiß schmecken. Der gesamte Bereich der Kasematten war auf Oktoberfest getrimmt, mit entsprechender Deko, Musik und Festbier.

  

  

  

  

  

   

  

Auch wenn es schwer fiel, diesen gastlichen Ort wieder zu verlassen, ein Programmpunkt stand noch an - eine Panoramafahrt auf dem Rhein. Mit dem Ausflugsdampfer „Heinrich Heine“ ging es erst in den Medienhafen, danach ein Stück rheinabwärts und wieder zurück zum Anleger.

  

  

  

Nun hieß es auch schon wieder von Düsseldorf Abschied nehmen. Unterwegs machten wir noch ein Päuschen, um uns den in Düsseldorf gekauften Kuchen schmecken zu lassen.

  

  

  

  

  

Anschließend fuhren wir zurück nach Iserlohn, und damit war die Kompaniefahrt 2017 leider schon vorbei. Aber die Planungen für den Kompanieausflug 2018 laufen bereits auf Hochtouren - dann geht es für eine Woche in die Hauptstadt Tschechiens, Prag!

 Kompaniefahrt 2016 - Bonn
 Auf den Spuren deutscher Geschichte in Bonn

Am Samstag, den 3.September, trafen sich früh morgens 31 Kameradinnen und Kameraden der 4.Kompanie IBSV am Stadtbahnhof in Iserlohn, um mit einem Reisebus von „Wietis Reisen“ die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn zu besuchen.
Mit an Bord waren das Manövermeisterpaar der „Vierten“, Carsten und Petra Menze, sowie die IBSV Königin Silke Klippert und Prinzgemahl Uwe Klippert.

 

Nach ca. einer Stunde Fahrt der erste Halt – leckeres, rustikales Frühstück auf der Autobahnraststätte „Aggertal“ mit Wurstbrötchen, Mettwürstchen, Käse, Kaffee und Bier.

 

 

Danach Weiterfahrt nach Bonn.

 

Die mitreisenden "gekrönten Häupter" ließen es sich nicht nehmen die Fahrt durch flüssige Muntermacher zu bereichern!
Hierfür vielen Dank an das Manövermeisterpaar Carsten und Petra Menze und an die IBSV-Königin Silke Klippert.

 

 

In Bonn angekommen wartete am Busparkplatz „Hofgarten“ schon eine Stadtführerin auf uns, und es ging auf eine rund zweistündige große Stadtrundfahrt – Bonn und Bad Godesberg.
Wir sahen das ehemalige Abgeordnetenhaus, den „Langen Eugen“, den „Post-Tower“, die Museumsmeile, das ehemalige Regierungsviertel mit dem Plenarsaal, zahlreiche leerstehende oder umgenutzte Botschaftsgebäude und vieles mehr.
Die Stadtführerin hatte dazu viel Interessantes zu erzählen.

 

 

 

 

Anschließend hieß es einchecken im „Hotel Europa“. Direkt im Zentrum von Bonn gelegen waren es nur einige wenige Meter bis in die Fußgängerzone, dafür aber auch alles andere als ruhig. Aber wir sind ja auch nicht nach Bonn gefahren, um unsere Ruhe zu haben, sondern um was zu sehen und zu erleben.
Nach der Zimmerbelegung war ein wenig freie Zeit, sodaß die Kameradinnen und Kameraden je nach Gutdünken die Innenstadt zum Einkaufsbummel nutzten, z.B. im Haribo-Shop, einen kleinen Mittagsimbiss zu sich nahmen oder einfach schon mal die Kneipenszene erkundeten.

 

 

Nachmittags ging es weiter, mit dem Bus nach Bad Honnef - Rhöndorf zur Gedenkstätte „Bundeskanzler Adenauer Haus“.
In Sichtweite: Der sagenumwobene "Drachenfels".

 
Durch Renovierungsarbeiten bedingt war die Anmeldung in einem Container untergebracht.

 

 

Warten auf den Führer!

 

Hier lebte der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Konrad Adenauer von Dezember 1937 bis zu seinem Tode am 19.April 1967. Das Haus, an einem steilen Hang gelegen, ist, damals wie heute, nur über einen Fußweg mit 58 Treppenstufen zu erreichen. Was heute einigen Besuchern schwer fällt, hat Konrad Adenauer bis an sein Lebensende noch mit 91 täglich absolviert.

Die Einrichtung des Wohnhauses ist seit Adenauers Tod nicht verändert worden. Während der Führung erfuhren wir viel über das Leben Adenauers.

 

Der Rundgang führt durch die Wohnräume im Erdgeschoß und den mit unzähligen Rosenstöcken bestückten Garten mit eigener Bocciabahn - Adenauers Lieblingsbeschäftigung. In das Arbeits- und Schlafzimmer sowie in den großen Pavillon im Garten, in dem Adenauer seine Memoiren schreiben wollte, kann man nur hineinsehen.

 

Verabschiedet wurden wir von Adenauer persönlich, zumindest von einer (über-) lebensgroßen Skulptur von ihm und Charles de Gaulle, der auch zweimal persönlich hier bei Adenauer zu Besuch war.

 

Dann ging es wieder zurück nach Bonn.

 

Mit einem gemeinsamen, leckeren Abendessen im „Brauhaus Bönnsch“ endete der offizielle Teil des ersten Tages.
Einige Kameradinnen und Kameraden sollen danach noch ausgiebig das Bonner Nachtleben erkundet haben.

 

 

  

 

Sonntagmorgen stand dann der Höhepunkt der Fahrt auf dem Programm.
Nach dem Genuß eines ausgiebigen Frühstücksbuffets ging es zur Museumsmeile, genauer gesagt zum „Haus der Geschichte“. Im Foyer des Museums waren viele noch skeptisch, was uns denn erwarten würde, doch schon nach kurzer Zeit waren alle begeistert.
Im „Haus der Geschichte“ wird anschaulich und erlebnisorientiert die jüngste Vergangenheit Deutschlands, West und Ost, vom 2.Weltkrieg bis zur Gegenwart präsentiert. Über 7000 Exponate, Dokumente, Fotos und Filme wecken Erinnerungen und veranschaulichen historische und politische Zusammenhänge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild unten links: Für alle, die dieses Gerät nicht kennen - das ist ein Rasenmäher, "Made in DDR"!

 

Die interessante und kurzweilige Führung durch die Ausstellung verging wie im Fluge, und man hätte dort noch einige Zeit verbringen können. Aber der nächste Programmpunkt stand schon an – Mittagessen!

Dazu ging es in die Fußgängerzone zur Traditionsgaststätte „Zum Gequetschten“. Wir wurden vom „Köbes“ empfangen, der die Getränke und Suppen mit manch derbem Spruch servierte.
Hier waren wir als 4.Kompanie goldrichtig, denn die Gaststätte ist auch das Standquartier der „4.Knubbel des Bonner Stadtsoldaten-Corps“.
Wie bestellt lief nach dem Essen ein Festzug mit Spielmannszug, Königspaar, Fahne und Schützen vorbei. Naja, Festzug ist vielleicht übertrieben, allein der Fahnenmarsch des IBSV ist um ein vielfaches stärker besetzt!

 

 

 

 

Dann hieß es auch schon wieder von Bonn Abschied zu nehmen.
Auf der Rückfahrt gab es noch einen Stopp für die Kaffeepause mit leckerem Pflaumenkuchen und anderen leckeren Getränken.

 

Gegen 18.00 Uhr hat uns unser Busfahrer Jürgen wieder sicher in Iserlohn am Stadtbahnhof abgesetzt und so ging eine sehr schöne Kompaniefahrt zu Ende.

Bleibt noch, Dank zu sagen an die Organisatoren der Fahrt, die selber leider nicht mitfahren konnten, Klaus und Ingrid Opterbeck und Detlev Klippert, für die gute Planung und Vorbereitung, sowie an Edmund und Annegret Mix, die dann ersatzweise die Reiseleitung übernommen haben.

Uwe Klippert

 

 

Kompaniefahrt 2015 Detmold
Die Vierte on Tour!

Am 5. und 6. September besuchte die Vierte die schöne Stadt Detmold im ehemaligen Land Lippe mit einem Reisebus der Firma Rosier.
Erster Halt: Frühstück! Das obligatorische Wurstbrötchen darf dabei ebenso wenig fehlen wie die kalten Getränke, die vom amtierenden Manövermeisterpaar Uwe & Silke Klippert gesponsert wurden.

 

  

Zeigte uns das Herrmanns-Denkmal bei unserem Besuch noch die kalte Schulter und versuchte uns mit einem kräftigen Landregen abzuschrecken, empfing uns die Innenstadt Detmolds zumindest zeitweise auch mit Sonnenschein.

Erster Programmpunkt war der Besuch im Fürstlichen Residenzschloß im Zentrum von Detmold.

  

Das Schloß, welches seinen Ursprung auf den Grundmauern einer alten Burg hat die bereits im Jahre 1336 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befindet sich auch heute noch im Privatbesitz.

Nach dem Besuch im Schloß, bei dem wir uns mit den riesigen Filzpantinen, die wir tragen mußten, wie ein Bohnerteam vorkamen ging es zum Abendessen in "Strates" Brauhaus.

  

Wir fühlten uns hier nicht nur wegen des schmackhaften Abendessens wohl, das Brauhaus war speziell als Kompaniequartier gekennzeichnet.
Danach wartete ein echter Höhepunkt auf uns. Es stand ein rundum gelungener Gang mit dem Nachtwächter durch das abendliche Detmold auf dem Programm, bei dem wir nicht nur die schöne Altstadt sondern auch viele Geschichtchen und Anekdötchen kennenlernen durften.

  

Nun ja, so ein Rundgang und viel Kultur machen durstig, sodaß es uns, nachdem uns der Nachtwächter entlassen hatte, wieder ins Kompaniequartier zu "Strates" Brauhaus zog.

  

Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen vom kleinen aber feinen Elisabeth Hotel, wo wir bleibenden Eindruck hinterlassen haben, denn vor uns hat noch kein Reisebus in deren Innenhof geparkt.

Am Sonntagmittag ging es dann noch ins Freilichtmuseum Detmold. Während die meisten das Gelände zu Fuß erkundeten, nutzten einige die Möglichkeit zu einer Fahrt mit dem Planwagen.

  

  

  

  

Nach einer leckeren Stärkung "Im Weißen Ross" ging es dann am Nachmittag zurück nach Iserlohn.

  

Natürlich wurde für Kaffee und Kuchen noch ein Halt eingelegt.

  



Kompaniefahrt 2014 Lüneburg

Es war mal wieder soweit - die 4. Kompanie trat Ihre alljährliche Vereinsfahrt an. In diesem Jahr ging es nach Lüneburg, im Norden Niedersachsens.

Gestartet wurde am Freitag den 10.10.2014 am Iserlohner Stadtbahnhof. unterwegs wurde eine ausgedehnte Frühstückspause eingelegt, in der jeder sein Hunger- und Durstgefühl löschen konnte. Gegen 13.30 Uhr waren wir dann vor Ort und gaben unsere Koffer im Hotel Bremer Hof ab.

Danach konnte sich erst mal jeder seine Beine vertreten, bevor wir uns dann irrtümlich um 15.00 Uhr am Hotel zur Stadtführung trafen, die dann um 16.00 Uhr startete.

Die Stadtführung war sehr lehrreich und wir haben sehr viel über Lüneburg erfahren, so über die letzten drei historischen Stadtkirchen, St. Johannis, St. Michaelis und St. Nicolai, deren Turm sich 2,20 m nach Osten Neigt und warum die Stadt nie abgebrannt ist bzw. im Krieg bombardiert wurde. Daher konnten wir hier sehr viele alte Bauwerke und die verschiedenen Dachgiebel aus den unterschiedlichsten Epochen bewundern. Die Dachgiebel inspirierten in diesem Jahr zu einer Aktion, in der unterschiedlichste Kunstwerke entstehen, die die Stadt schmücken und die man anschließend für einen guten Zweck ersteigern kann. Sie stellen die Dachgiebel in selbst gewünschten Farben und Vorstellungen der ansässigen Unternehmer das.

Wir erfuhren auch, dass die Stadt an der Ilmenau liegt, die dann nach etwa 30 km mit der Elbe zusammen trifft. Dieses war seiner Zeit der einzige Weg, sie Stoffe und das Salz von Lüneburg aus mit Flachbooten zu vertreiben. Wir besuchten den alten Kran im Hafen, der durch zwei große hölzerne Laufräder im Inneren angetrieben wurde und erfuhren, dass ohne eine gewisse Anzahl von Menschen weder ein Schiff beladen noch entladen werden konnte, da durch die Laufräder, die Aussehen und Funktionalität eines Hamsterlaufrades haben, das Heben und Senken des Krans ermöglicht wurde. Früher war dies eine echte Knochenarbeit für die Arbeiter, heute werden in der mittelalterlichen Holzkonstruktion nur noch hin und wieder Wettkämpfe bzw. Spaßveranstaltungen durchgeführt.

Schließlich erfuhren wir auch von der Sage über Lüneburg und sein Salz, nach der vor mehr als 1000 Jahren ein Jäger das Salz entdeckte, indem er eine weiße Wildsau geschossen hatte und ihn die Salzkristalle im Fell des Tieres auf die Salinen aufmerksam machte. Durch das Salz hatte Lüneburg eine lange Monopolstellung als Salzlieferant. Es diente vor allem dazu, Fisch der in der Ostsee bzw. vor Norwegen gefangen wurde einzupökeln und somit zu konservieren.

Den Rest des Nachmittags hatten wir dann wieder zu eigenen Erkundungen der Stadt, bevor wir uns zu einem gemeinsamen Abendessen im Hotel-Restaurant "Zum Roten Tore" bei einem ausgiebigen Buffet trafen. Dieser Abend klang dann für jeden zu einer anderen Uhrzeit aus, da doch einige noch von dem frühen Start um 07.30 Uhr geschafft waren.

Am Samstag ging es dann zu einer sehr zivilisierten Zeit weiter, erst mit einem ausgiebigen Frühstück, das keine Wünsche offen ließ und dann mit der Besichtigung des Rathauses.

Das Lüneburger Rathaus, mit dessen Bau um 1230 begonnen wurde und das über die Jahrhunderte immer weiter ausgebaut wurde, gehört zu den herausragendsten Baudenkmälern in Norddeutschland und ist heute noch Hauptsitz von Rat und Verwaltung der Stadt Lüneburg. Im Rahmen der Führung waren wir in mehreren Teilen des Rathauses, unter anderem in der Gerichtslaube, in der der Boden durch eine riesige Glaskonstruktion geschützt wird, um die Einmaligkeit und die Farbe des Bodens zu erhalten. Dieser Raum durfte früher nur von Männern betreten werden. Er hatte sogar schon eine Fußbodenheizung der ganz besonderen Art, denn im Boden waren eine Art Kaminschlote eingelassen die die Wärme aus dem Keller nach oben transportiert haben. Nachdem Sie warm genug waren, wurden die darauf liegenden Teller entfernt und die Herren warfen Ihre Roben über die Öffnung, um eine wohlige Wärme unter dem Gewand zu spüren.

In eingelassenen Wandschränken waren dort auch die die Schätze der Stadt Lüneburg unter gebracht, die zum einen im Krieg verschwanden, zum anderen als die Stadt Geld benötigte von einem reichen Kaufmann erstanden wurden und heute in Berlin ausgestellt werden. Im Lüneburger Rathaus findet man heute nur noch Nachbildungen der früheren Schätze, welche in dem früheren Archiv in dementsprechenden Glasvitrinen ausgestellt werden. Faszinierend waren auch die Wand- und Deckenmalereien, die unterschiedliche Motive aufwiesen und sehr schön anzusehen sind. Was einem immer wieder auffiel war ein sichelförmiger Mond, der in den Wandmalereien immer mal wieder zu finden war.

Danach ging es in die Schreibkammer, in der nur durch das einfallende Tageslicht gearbeitet werden konnte. Das hieß für die angestellten Schreiberlinge, dass sie im Sommer länger arbeiten mussten als im Winter, zumal es auch sehr schwer war, diesen Raum zu heizen und dadurch die Schreiber kaum in der Lage waren, einen Stift zu halten. Dort ausgestellt, befindet sich ein Regal noch von früher, welches mit Jahreskisten bestückt war, in denen früher alle Schriftstücke eines Jahres Platz gefunden haben. Heute erscheint dies bei der Vielzahl von Papieren undenkbar!

Dann besichtigten wir in einen lang gezogenen Raum gekommen, der einst als Archiv genutzt wurde, und in dem sich heute die schon erwähnten Exponate als Nachbildung befinden, die Deckenmalerei. Denn das besondere an dieser Malerei war, das die Decke mit 168 unterschiedlichen Blüten bemalt war, von der keiner einer zweiten glich. Als dem Maler bei der letzten Blüte keine Veränderung mehr einfiel besann er sich auf sein neues Auto und malte in die Letzte Blüte eine VW Zeichen rein, was alle zum Schmunzeln einlud. Wie man sieht hat es mit der Schleichwerbung schon früh angefangen!

Dann gingen wir weiter ins Obergeschoss, in den Fürstensaal, der bis vor ein paar Jahren immer noch als Tanzsaal für die ein oder anderen Veranstaltung genutzt wurde. An den Wänden befinden sich Malereien, die alte Familien der gehobenen Gesellschaft den Epochen nach zeigte. In der Bürgermeisterkörkammer ging es weiter, die mit eindrucksvollen Wandschnitzereien über den vier vorhandene Türen beeindruckte. Die große Ratsstube konnten wir aufgrund einer Ratssitzung leider nicht besichtigen. Nachdem wir den Rundgang durch das Rathaus beendet hatten, wies die Stadtführerin noch auf dem Lunabrunnen vor dem Rathaus hin und was noch viel wichtiger war auf das im Turm befindliche Glockenspiel aus 41 Meißener Porzellanglocken. Dieses Glockenspiel spielt drei mal am Tag Lieder des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz. In der Winterzeit werden die Porzellanglocken jeweils abgenommen, damit sie durch Frost keinen Schaden nehmen können. Besonders Stolz war die Stadtführerin darauf, dass dieses Glockenspiel das größte seiner Art in Deutschland sei, da es eine Glocke mehr besitzt als das in Leipzig - Applaus!

Nach dieser Besichtigung konnte jeder erst mal wieder das tun, was er selber gerne wollte - die Stadt weiter auf eigene Faust erkunden, Shoppen gehen oder sich einfach in eines der zahlreichen Cafè setzten, bis es dann um 15.00 Uhr mit der Besichtigung im Kloster Lüne weiterging. Das Kloster Lüne, so wurde uns berichtet, zählt zu den schönsten und wahrscheinlich auch ältesten Sehenswürdigkeiten der historischen Stadt Lüneburg, da bei der Erstellung eines neuen Fußbodens im Äbtissinnentrakt, unter dem alten Boden Reste von noch älteren Mauern gefunden wurden, die im Moment archäologisch ausgewertet werden. Das Kloster selbst bestand aus mehreren Gebäuden, mit Brauerei, die heute nicht mehr im Betrieb ist, einem Kornhaus, einer Küche und einem Sichenhausmit einem dazwischen befindlichen Kräutergarten der von beiden Seiten genutzt wurde, Kreuzgängen, in dessen Mitte sich ein Friedhof befindet, auf dem ausschließlich Äbtissinnen beerdigt wurden, die dem Kloster vor standen und der eigentlichen Kirche. In der Kirche findet man zwar keinen sehr prunkvollen, dafür aber eine außergewöhnlichen Hochaltar von 1524 mit dreidimensionalen Schnitzereien und einer Orgel, die sehr viel Schrift und Engel zeigt und , was sehr außergewöhnlich ist, nicht wie üblich am Ende der Kapelle stand, sondern direkt neben dem Altar. Diese Orgel ist in der Zeit von 1645 - 1651 erbaut und zählt noch heute zu den schönsten Orgeln in Norddeutschland.

Wir erfuhren viele Einzelheiten über das Leben im Kloster, sahen die große Brunnenhalle, in der ein gotischer Brunnen seit 600 Jahren sein Wasser in ein großes bronzene Schale ergießt, das Speise- und Arbeitszimmer in dem jede Nonne einen Schrank hatte, in dem Sie sie ihre Utensilien unterbringen konnte, die Schlafräume, die sich über dem Kreuzgang befanden und die je nach Adelsstand bzw. Reichtum der Familien gestaltet wurden. Schließlich hörten wir über die Zeit der Reformation, als der Landesfürst in der Kirche des Klosters einen lutherischen Pastor Gottesdienste in deutscher Sprache abhalten ließ und sich die Nonnen dadurch verdrängt fühlten und danach Ihre Gebete und Gottesdienste vor der ehemaligen Sakristei der sogenannten " Barbarakapelle", in Latein, abhielten. Der Nonnenchor versuchte darauf hin von der Empore der Kirche aus die dort stattfindende Gottesdienste mit allerlei Tricks zu stören.

In der Mitte des Klosters findet sich ein Gästehaus, welches 1735 für den Fürsten erbaut wurde. Im Kloster beschäftigte man sich nicht nur mit dem Brauen von Bier, und den Sterbenden, sondern es gab auch eine Weberei, die alles Mögliche an Stoffen herstellte. Heute befindet sich hier ein Textilmuseum in dem auch immer noch gearbeitet wird - derzeit wird ein Altartuch in der Größe von 6 x 10 Metern restauriert, das 2015 fertig gestellt seien soll. Die Restaurierung ist noch heute ein wichtiger Wirtschaftszweig zur Erhaltung des Klosters, in dem seinerzeit 6 Nonnen untergebracht sind.

Nach der Besichtigung, die etwas länger ausfiel als geplant, hatten wirr noch etwa eine Stunde für uns bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen im "Krone Bier & Eventhaus" trafen, das zu den einst 80 Brauereien in Lüneburg gehörte und 1485 erbaut wurde. Dieses Lokal war nicht nur sehr urig und schön eingerichtet, nein, das Essen war einfach super. Diesmal dauerte der Abend ein bisschen länger, da wir ja alle ausgeruhter waren. Allerdings muss man sagen, dass in Lüneburg das Nachtleben nicht gerade Groß geschrieben wird.

Dann kam leider schon der dritte und letzte Tag, der Rückreisetag. Nach dem wieder reichhaltigen Frühstück ging es Richtung Heimat, allerdings mit einem kleinen Schlenker in den Wildpark Lüneburger Heide. Der Park ist sehr schön, großzügig und weitläufig angelegt, alle Tiere haben dementsprechend Platz, sich frei zu bewegen. Das Damwild hatte z.B. die Möglichkeit, sich gebietsweise ganz frei zu bewegen, was ich sehr erstaunlich fand und die Tiere ließen sich überwiegend aus der Hand füttern. Bei den Bären wusste man nicht so genau ob die Besucher die Bären anschauten oder ob zumindest ein Bär das für sein Unterhaltungsprogramm hielt. Auch andere Tiere wie die Schneeleoparden waren wunderschön anzuschauen. Der Tierparkbesuch endete mit einer Erbsensuppe, so dass wir für den Heimweg gerüstet waren. Unterwegs gab es allerdings noch eine ausgedehnte Kaffeepause und gegen 19.00 Uhr trafen wir dann schließlich wieder am Bahnhof in Iserlohn ein. Alles in allem kann ich für mich nur sagen, dass diese Fahrt rundum gelungen war. Danke den Organisatoren Klaus Opterbeck und Detlev Klippert, sowie der Ideengeberin Ingrid Opterbech.

Eure Manuela

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Kompaniefahrt 2013 Aachen

Aachen war das Ziel unserer diesjährigen Kompaniefahrt am 28./29. September 2013. Die 34 Teilnehmer erreichten Mittags, gut gestärkt nach einem rustikalen Frühstück auf der Hinfahrt, die alte Kaiserstadt, wo im Mercure-Hotel, direkt in der Innenstadt, Quartier gemacht wurde. Von hier aus erkundeten wir die Stadt. Bei einer Führung durch die Altstadt erfuhren wir viel über die Geschichte Aachens, speziell über "Morde und Missetaten". Die kompetenten Stadtführer sorgten für zwei kurzweilige Stunden. Nach einem Besuch im Aachener Dom hatten alle Gelegenheit, die Stadt noch auf eigene Faust weiter zu erkunden.

Danach trafen wir uns zum Besuch der Printenbäckerei Klein, um uns über die Hertellung des Aachener Nationalgebäcks zu informieren. Der Inhaber erläuterte bei einer Führung durch die Bäckerei nicht nur die Geschichte und die Herstellungsabläufe, sondern gab gern Gelegenheit, die verschiedenen Printensorten zu probieren. Natürlich nahmen die meisten nach der interessanten und humorvollen Besichtigung die Gelegenheit war, sich in den Verkaufsräumen mit einem Vorrat der leckeren Spezialität einzudecken.

Zum Abschluss des Tages ging es dann gemeinsam in das rustikale Restaurant "Goldener Schwan", direkt gegenüber vom Aachener Dom. Dort genossen wir nicht nur die leckeren Speisen sondern auch die tolle Atmosphäre am abendlichen Marktplatz, wo viele Biergärten zum Verweilen einluden.

Am Sonntag ging es dann weiter nach Monschau, wo ein Besuch im Felsenkeller Brauhaus auf dem Programm stand. Der Braumeister war stolz, sein Brauereimuseum vorstellen zu können, in dem zur Zeit die Vorbereitungen laufen, um in den nächsten Monaten wieder mit dem Brauen des leckeren Bieres beginnen zu können, das derzeit noch in einer anderen Brauerei hergestellt wird. Beeindruckend waren vor allem der riesige Felsenkeller und die Ausstellung von tausenden Bierflaschen aller möglichen Biersorten, zu denen sich nach unserem Besuch noch zwei Flaschen Iserlohner Pils gesellten. Dass im Felsenkeller-Brauhaus nicht nur ein schmackhaftes Bier ausgeschenkt, sondern auch ein leckeres Essen serviert wird, konnten wir im Anschluss an die Brauereiführung feststellen.

Dann machten wir uns auf den Weg in die Monschauer Altstadt. Die Glashütte und die Senfmühle stießen auf großes Interesse und die malerische Altstadt entlang der Rur begeisterte die Fahrtteilnehmer. Schließlich hieß es dann aber Abschied nehmen und den Rückweg nach Iserlohn antreten, wo wir am frühen Abend alle wohlbehalten wieder ankamen.

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Kompaniefahrt 2012 Koblenz

Ein herrliches Herbstwochenende erlebten die Teilnehmer der diesjährigen Fahrt der 4. Kompanie des Iserlohner Bürger-Schützen-Vereins in Koblenz. Mit einem bequemen Reisebus erreichte man nach einem unterwegs eingenommenen, rustikalen Frühstück schließlich die Festung Ehrenbreitstein. Dort wartete eine ausgesprochen interessante Führung zur Festungsgeschichte auf die Teilnehmer. Einige nahmen anschließend die Gelegenheit wahr, mit der zur Bundesgartenschau 2011 installierten Seilbahn die Fahrt hinab über den Rhein nach Koblenz zu unternehmen, während der Rest mit dem Bus den normalen Weg nahm. Anschließend ging es gemeinsam ins Hotel, um die Zimmer zu belegen.

Am Nachmittag führte dann eine Fahrt ins schöne Moseltal und anschließend folgte eine Stadtführung, um die Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel kennen zu lernen. Der Stadtführer, ein früherer Bundeswehroffizier, stellte sachkundig und humorvoll die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor und ließ die bewegte Geschichte der Stadt lebendig werden.

Am Abend stärkte man sich gemeinsam im Alten Brauhaus, bevor die Stadt auf eigene Faust erkundet wurde. Einige feierten Oktoberfest, andere zog es ins Weindorf., alle aber waren am nächsten Morgen pünktlich wieder bereit, um das Museum im Keller der Sektkellerei Deinhardt zu besichtigen. Hier wurden Erläuterungen zum Weinbau sowie zur Wein- und Sektherstellung gegeben, viele alte Geräte vorgestellt und schließlich rundete ein Glas Sekt, das in diesen Gewölben natürlich besonders gut mundete, einen gelungenen Vortrag ab.

Dann ging es hinüber ins nahegelegene, malerische Örtchen Nickenich, wo ein gemeinsamer Imbiss auf dem Programm stand und schließlich wurde Bendorf-Sayn angesteuert, wo der Garten der Schmetterlinge auf die Schützen wartete. Nach einer informativen, humorvollen Einführung, bei der die Teilnehmer viel über das Leben der Schmetterlinge und andere dort lebende Tiere erfuhren und dabei schon einmal Raupen und eine Gespenstschrecke aus der Nähe betrachten konnten, ging es in die verschiedenen Häuser hinein, in denen es von den schillerndsten Schmetterlingen nur so wimmelte, die sich auch einmal auf Kopf, Rücken oder Arm niederließen, während zwischen den Besuchern kleine Goldwachteln herumwuselten.

Mit vielen neuen Eindrücken ging es schließlich zurück nach Iserlohn.

 

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Kompaniefahrt 2011 Wien

In der letzten Oktoberwoche war eine Reisegruppe der 4. Kompanie des Iserlohner Bürger-Schützen-Vereins auf großer Fahrt in die österreichische Hauptstadt Wien. Auf der Hinfahrt wurde in der Drei-Flüsse-Stadt Passau Station gemacht und nach einem Stadtbummel sowie dem Abendessen, das Passauer Nachtleben erkundet. Am nächsten Morgen lernten die Iserlohner bei einer interessanten Stadtführung viel über die Geschichte Passaus und die wichtigsten Gebäude, wie den Stephansdom (Sitz des Passauer Bischofs), die Alte Residenz oder das Alte Rathaus, wo der große Rathaussaal mit Kollossalgemälden, die den Einzug Kriemhilds in Passau und die Hochzeit Kaiser Leopolds I. zeigen, besichtigt wurde.
Nachmittags ging es von Passau aus direkt in das an der Stadtgrenze Wiens gelegene Purkersdorf, von wo aus die Iserlohner in den nächsten Tagen die Stadt kennenlernten. Dabei war für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt, bei dem auch für jeden genügend Freiraum blieb.
So verschafften sich die Schützen am nächsten Tag in kleinen Gruppen schon mal einen ersten Eindruck von Wien und trafen sich dabei immer mal wieder am Stephansdom, dem Hotel Sacher oder im Café Demel, wo man in gediegener Atmosphäre bei einem Stück Torte Wiener Caféhausflair genoss, den Konditoren in der Schau-Konditorei bei der Arbeit zusah oder den Weg in das versteckt im Keller gelegene Zuckerbäckermuseum fand. Einige zog es zum Naschmarkt mit seinen unzähligen Ständen, Buden und Restaurants und andere fuhren hinauf in die Onyx-Bar im Haas-Haus, von wo aus man einen herrlichen Blick auf das wunderschöne Dach des Stephansdoms und den Stephansplatz hat.
Eine interessante Führung im Schloss Schönbrunn folgte am nächsten Tag und es blieb anschließend noch genügend Zeit, den großen Park zu besuchen. Da das Wetter an diesem Tag nicht sehr einladend war, wurde die Gelegenheit genutzt, sich in einem der auf dem Gelände befindlichen Cafés oder im Kutscher-G’wölbe wieder aufzuwärmen oder eine Sissi-Ausstellung zu besuchen. Am Abend ging es nach Grinzing zum Heurigen. Zwei Musiker spielten auf, der Wein schmeckte und die Schützen erlebten ein paar stimmungsvolle Stunden, die nach der Rückkehr in das gemütliche Hotel natürlich noch fortgesetzt wurden.

Am Nationalfeiertag mit Großveranstaltungen in Wien stand für die Gruppe stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, bei der ein ausgezeichneter Stadtführer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigte und humorvoll und sehr interessant eine Unmenge von Informationen gab. Zwischendurch wurde immer wieder für Bewegung gesorgt, denn es hieß z.B. den großen Park am Schloss Belvedere oder das Hundertwasserhaus zu erkunden. Am Nachmittag folgte dann noch eine zweieinhalbstündige Stadtführung durch die Innere Stadt und zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Stephansdom, Hofburg, Hofreitschule, verschiedenen Kirchen usw.

Der nächste Tag führte die Iserlohner zum Neusiedlersee, wo sie in Mörbisch ein Ausflugsdampfer erwartete und auf die andere Seite des Sees brachte, von wo aus es mit einem Planwagen durch das UNESCO Weltkulturerbe „Nationalpark Neusiedlersee – Seewinkel“nach Illmitz ging. In einem Weingut ließen es sich die Schützen bei gutem Wein und leckeren Speckbroten gut gehen, bevor sie wieder per Planwagen und Schiff zurück zum Bus gebracht wurden. Ein spontaner Zwischenstopp in Rust gab einigen Fernsehbegeisterten die Möglichkeit, die Drehorte der Fernsehserie „Der Winzerkönig“ kennenzulernen.

Nach einer letzten Übernachtung folgte am nächsten Morgen der Abschied vom gemütlichen, familiären Hotel in Purkersdorf, wo die Iserlohner hervorragend versorgt worden waren und ausgezeichnete, typisch österreichische Speisen genossen hatten. Es ging weiter zum Stift Melk, wo eine Führung stattfand und die weitläufigen Anlagen besichtigt wurden und schließlich nach Linz, um bei einer Stadtführung die schöne Altstadt kennenzulernen. Nach einem Bummel durch das abendliche Linz ließ man den Tag gemeinsam im Hotel ausklingen.

Am nächsten Morgen startete man dann endgültig Richtung Iserlohn, wo die Schützen mit vielen neuen Eindrücken und etlichen Mitbringseln im Gepäck wohlbehalten wieder ankamen.

 


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Die 4.Kompanie des IBSV besucht die Kulturhauptstadt Europas

Die alljährliche Kompaniefahrt der 4.Kompanie des Iserlohner Bürger-Schützen-Vereins
führte in diesem Jahr 31 Mitglieder in die Kulturhauptstadt Europas nach Essen. Auch wenn
man erst meint - was wollen wir denn in Essen - so gibt es dort doch einiges zu entdecken,
was durchaus sehenswert ist.

Gegen 8.30 Uhr ging es am Samstag den 04.09. am Stadtbahnhof in Iserlohn los. Mit einem
Luxusreisebus vom Reisebüro Rosier erreichten wir, nach einer kleinen Frühstückspause, schnell
unser erstes Ziel, die Zeche Zollverein Schacht XII. Vor der Führung durch die Ausstellung
“Natur, Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets” war noch genügend Zeit um auf die
Aussichtsplattform auf dem Dach der Kohlenwäsche zu steigen und den Blick über das
Ruhrgebiet schweifen zu lassen. Bei der Führung wurde uns das Ruhrgebiet auf interessante
und anschauliche Weise näher gebracht. Natürlich wurde auch das ein oder andere Anekdötchen
zum Besten gegeben, so dass es eine recht kurzweilige Führung war. Jeder Teilnehmer bekam
zu Beginn einen Kopfhörer, so dass man problemlos den Ausführungen des Führers folgen
konnte, ohne ihm zu “dicht auf die Pelle” rücken zu müssen.



Nach der Zeche Zollverein ging es zum Einchecken ins Hotel Ibis im Zentrum von Essen.

Nächster Höhepunkt der Kompaniefahrt war der Besuch mit Führung durch die Siedlung
Margarethenhöhe. Die Gartenstadt Margarethenhöhe, benannt nach der Stifterin Margarethe Krupp,
galt schon während ihrer Entstehungszeit zwischen 1909 und 1920 als Paradebeispiel einer
zweckmäßigen und zugleich menschenfreundlichen Siedlungsbauweise. So entstand ein
Kleinod vor den Toren der Industriestadt Essen, und auch heute noch ist die Margarethenhöhe
eine bevorzugte Wohngegend mit viel Grün und doch nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt.
Spontan entschlossen wir uns nach der Führung zurück zum Marktplatz der Siedlung zu gehen,
auf welchem an diesem Wochenende ein Fest stattfand. Dort nutzte unser Manövermeisterpaar
Mounir Miro und Monika Schriegel die Gelegenheit, den mitgereisten Kameradinnen und Kameraden
eine Runde zu kredenzen, die wir natürlich auch gerne auf ihr Wohl genossen haben.

Der erste Tag der Kompaniefahrt 2010 endete mit einem gemeinsamen, leckerem Abendessen
im Restaurant “Pfefferkorn” in der Essener Innenstadt. Ich hab mir sagen lassen, dass
danach der Abend wohl keineswegs beendet war, sondern noch in kleinen Gruppen die
Kneipenszene der Stadt, bzw. die Hotelbar inspiziert wurde.

 

Nach einem etwas hektischem Frühstück und der berühmten Schlacht am kaltem
(Frühstücks-) Buffet ging es zur Alten Synagoge, dem neuen “Haus jüdischer Kultur“.
Das Bauwerk gehört zu den größten und architektonisch bedeutendsten, freistehenden
Synagogenbauten Europas. Auch hier läuft die wieder sehr interessante Führung mit Kopfhörern ab,
so dass einem kein Wort und keine Erklärung verloren geht. Die Ausstellung bringt dem Besucher
die jüdische und deutsch-jüdische Geschichte und die jüdische Kultur näher.

Nach soviel Bildung durfte natürlich auch die Trinkkultur nicht zu kurz kommen. Es stand der
Besuch der Brobecker Dampfbierbrauerei “Dampfe” auf dem Programm, die seit 1896 in Betrieb ist.
Im Sudhaus wurden wir vom Braumeister empfangen, der uns einiges über diese Brauerei und über
Bier im Allgemeinen erzählte. Damit der wirklich unterhaltsame Vortrag des Braumeisters nicht
zu “trocken” wurde, gab es zum Probieren ein lecker Sommerkräusen. Anschließend ging es zum
gemeinsamen Mittagessen in die Bürgerstube, in welcher dann auch noch die eine oder andere
Biersorte gekostet werden konnte, wie z.B. das helle Dampfbier, das dunkle Salonbier oder das
naturtrübe Zwickelbier. Es soll Kameradinnen und Kameraden gegeben haben, die alle Sorten
durchprobiert haben.

Nach der Dampfes Brauerei stand noch ein Programmpunkt an - das LWL-Museum für
Archäologie in Herne mit der (Erlebnis-) Ausstellung “Aufruhr 1225” - Ritter, Burgen und
Intrigen - das Mittelalter an Rhein und Ruhr. Die Ausstellung an sich war höchst interessant, doch
leider hat sich unsere Museumsführerin durch ihre Art und Weise dermaßen negativ ins Licht
gestellt, dass die Ausstellung etwas ins Hintertreffen geraten ist.

Danach fuhren wir Richtung Heimat. Unsere Busfahrerin Monika hat uns wieder sicher
nach Iserlohn gebracht und so endete die Kompaniefahrt 2010 gegen 18.30 Uhr am Stadtbahnhof.

Leider wollten mal wieder alle nach der Fahrt so schnell wie möglich nach Hause, so dass
ein gebührender und gemütlicher Abschluß einer solchen Tour nicht mehr möglich ist - sehr schade.

Bedanken möchte ich mich im Namen aller Mitreisenden bei unserem Kompaniechef
Klaus Opterbeck und seiner Gattin Ingrid für die Organisation und die Ausrichtung der Fahrt - und
es schauen schon alle gespannt auf das Jahr 2011, wenn der große Kompanieausflug
ansteht - Wien oder Krakau.

Uwe Klippert
Kompaniefeldwebel der 4.Kompanie/IBSV

 


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Die 4.Kompanie des IBSV in Jever


Die 4.IBSV-Kompanie, aufgrund ihrer zahlreichen Fahrten, jedes Jahr ein Wochenendausflug und alle drei Jahre ein einwöchiger Kurzurlaub im Ausland, auch Reisekompanie genannt, war wieder einmal unterwegs.

Der Kompanieausflug 2009 führte die Kompaniemitglieder nach Jever. Am Samstag den 5.September trafen sich also 32 meist gutgelaunte Menschen, für einige war 6.30 Uhr Abfahrt entschieden zu früh um schon fröhlich zu sein, am Iserlohner Stadtbahnhof, um mit einem Reisebus von Rosier gen Norden aufzubrechen. Die Fahrt ging zügig voran, sodass am Rastplatz Dammer Berge eine ausgedehnte Frühstückspause eingelegt werden konnte, um die zu diesem Zweck mitgebrachten Köstlichkeiten zu verzehren, auf eine Tasse Kaffee mußte leider verzichtet werden, da das Einschalten der Kaffeemaschine bei einem zuvor getätigten Extrastop irgendwie nicht funktioniert hat. Nachdem fast alle Wurstbrötchen vertilgt waren, setzte ein kräftiger Regenschauer ein, der die Frühstückspause abrupt beendete, der Kaffee war da übrigens immer noch nicht fertig.

Erste Station in Jever war - was könnte das wohl gewesen sein? Natürlich die Brauerei. Wir wurden vor der Brauerei von einem in den Norden abgewanderten Kompaniemitglied stilecht auf Platt und mit einem hochprozentigen Umtrunk empfangen. Die Führung durch das Brauereimuseum gestaltete sich recht kurzweilig, informativ und sehr interessant. Es ist schon erstaunlich welch ein Aufwand früher betrieben werden mußte, um eine Flasche mit Bier zu füllen, und sie zu verschließen - das Leeren geht meist schneller. Im Anschluß an der Führung folgte logischerweise eine Verkostung der Produkte der Jever Brauerei. Zur Erinnerung bekam dann noch jeder ein Glas geschenkt.

Nun ging es zum Hotel “Schützenhof“, der Empfang dort war zwar vorsichtig ausgedrückt etwas ruppig und chaotisch, ansonsten war das Hotel, ein früheres Schützenheim, aber sehr gut.

Bevor die Führung im Schloß begann war noch ausreichend Zeit zur freien Verfügung, die einige dazu nutzten das Städtchen zu erkunden, bzw. die heimischen Cafes und Eiscafes zu testen, andere hingegen haben den früh morgens abgebrochenen Schlaf nachgeholt, es standen schließlich auch noch einige Programmpunkte an und der Tag war noch lang.

Auf dem Schloßplatz und im Schloß fand an diesem Tag ein Kinderfest statt, so dass es dort etwas hektisch zuging, der Führer ließ sich aber weder davon, noch von der im Nebenraum stattfindenden Hochzeit aus der Ruhe bringen und erzählte uns interessante Dinge über die Geschichte von Jever und über das Schloß und deren Herrschaften. Wir wissen nun z.B. auch, dass Jever nicht zu Ostfriesland gehört sondern Friesland ist, außerdem werden in Jever die Ostfriesen für so ziemlich alles Negative verantwortlich gemacht.

Nach der Schloßführung blieb vor dem gemeinsamen Abendessen noch etwas Zeit, um das ein oder andere friesisch herbe Pils zu genießen.

Im Anschluß an das wirklich hervorragende Essen im Fischrestaurant und Wohlfühllokal “Der Butt” folgte eine Nachtwächterführung. Während einige Kameraden noch bezahlen mußten, stieß der Nachtwächter im entsprechenden Outfit mit Laterne und Hellebarde bereits zum dritten Mal in sein Horn, um den Beginn der Führung zu signalisieren, die aufkommende Hektik erwies sich dann aber als unbegründet, da der Nachtwächter gleichzeitig der Geschäftsführer des Restaurants war, und mit Sicherheit nicht eher mit seiner Führung angefangen wäre, bevor nicht alle abkassiert waren. Ich habe in meinem Leben ja schon an vielen Führungen teilgenommen, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Ausführungen des Nachtwächter über “seine” Stadt Jever in Friesland und die Beziehungen der Friesen zu den Ostfriesen und umgekehrt waren äußerst unterhaltsam, effektvoll und kurzweilig, erst recht vor dem Hintergrund, dass er gebürtiger Ostfriese war. Wir wissen jetzt auf jeden Fall das die Einwohner Jevers früher äußerst trinkfreudig und trinkfest waren - vielleicht auch heute noch sind. Allerdings konnte man nicht immer auf Anhieb feststellen, was von seinen Ausführungen wahr oder unwahr war, da er selbst die verrücktesten Geschichten so ausdrucksstark und authentisch erzählte das man ihm fast alles abgenommen hätte, und das Gefühl hatte direkt dabei gewesen zu sein. Da war von der Krähenklatsche zu hören und von beheizten Fahrradständern, von Hexen, Huren und Heino (um Mißverständnissen vorzubeugen, diese Aufzählung steht in keinem Zusammenhang), von Kirchenbränden und vielem mehr. Ich hab mich dann mal schlau gemacht, die Geschichte mit der Krähenklatsche stimmte tatsächlich. Zum Ende der Führung gab es noch ein Schnäpschen aus den zuvor verteilten Mini-Bembeln, die uns als Souvenir immer an diese wirklich gelungene Nachtwächterführung erinnern werden. Obwohl es mittlerweile sehr spät geworden war, ließ man den Abend noch bei einem Pils und Gesprächen, zumeist über den Nachtwächter, im “Pütt” ausklingen.

Der Sonntag begann mit einem ausgedehnten Frühstück am gut sortierten Buffet im Hotel, für die einen eher, für andere später. Dann hieß es Koffer packen und Abschied nehmen von Jever, denn es sollte noch das Moormuseum in Moordorf besichtigt werden. Zur Begrüßung gab es erst mal einen Tee, natürlich nicht ohne Hintergedanken und mit Erfolg - für den Teeladen. Nach kurzer Einführung und einem kleinen Filmchen ging die eigentliche Führung los. Es war wirklich sehr interessant einige Dinge über das karge und schwierige Leben im Moordorf und deren Bewohner zu erfahren. Ich denke mal, dass keiner unserer Fahrtteilnehmer auch nur eine Nacht unter den damaligen Bedingungen in den Lehmhütten  mit Vieh und Plumpsklo verbringen wollte. Anschließend ging es in die “Teestube” zum gemeinsamen Pfannekuchen essen. Auch wenn es mit dem Service nicht an allen Tischen so ganz gut geklappt hat, war es doch sehr lecker.

Nun ging es wieder zurück nach Iserlohn. Etwas später als geplant hat uns dann unsere Busfahrerin Monika sicher am Stadtbahnhof abgesetzt. Es waren sich alle einig, ein sehr schönes Wochenende in und um Jever verbracht zu haben, und es gilt noch Dank zu sagen an den Kompaniechef der 4.Kompanie/IBSV Klaus Opterbeck und seinen Mitstreitern, die wieder eine sehr schöne und gut organisierte Kompaniefahrt geplant und durchgeführt zu haben.

Mal sehen, wohin es 2010 geht.

Kompaniefeldwebel

Uwe Klippert

 

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Kompaniefahrt 2008 in die Toskana

Die 4.Kompanie des IBSV wieder auf großer Fahrt

Die 4.Kompanie des IBSV, die auch gerne Reisekompanie genannt wird, war in diesem Jahr mal wieder auf großer Fahrt. Die Kompaniefahrt 2008 führte 37 Mitglieder und Gäste vom 4.-11.Oktober in die Toskana.

Mit einem Fernreisebus der Firma Hausemann & Mager ging es früh morgens um 6.00 Uhr am Bahnhof in Iserlohn los.  Die Fahrt verlief ruhig ohne größere Staus und mit einer leckeren Bockwurst als Mittagsimbiss. Am Gotthardtunnel erwischte uns dann aufgrund der Wetterlage doch noch der befürchtete Stau. Die Schneefallgrenze war so weit gefallen, das der Gotthardpass gesperrt war und somit der gesamte Verkehr durch den Tunnel mußte. Von den im Verkehrsfunk angesagten drei Stunden Wartezeit waren zum Glück bei unserer Ankunft nur noch anderthalb vorhanden. Aufgrund der weiten Entfernung von insgesamt rund 1200 Kilometern mußte eine Zwischenübernachtung eingelegt werden, und zwar am malerischen und romantischen Lago Maggiore. Unser Hotel lag direkt am See und so bot sich noch die Gelegenheit am Ufer des Lago Maggiore ein Gläschen Wein zu trinken.

   

Am nächsten Morgen ging es bei Kaiserwetter weiter Richtung Toskana. Vom Busfahrer, Michael, kam vor der Abfahrt die übliche Frage: Haben alle ihre Koffer wieder im Bus? - Hatten alle, bis auf den Busfahrer, der hat sich sein Gepäck dann für schlappe 45 Euro nachschicken lassen. Gegen Nachmittag erreichten wir unser Hotel in der Toskana, das Hotel Savoy in Marina di Pietrasanta an der Versiliaküste. Die ersten Kameradinnen und Kameraden testeten dann sofort die Wassertemperatur der Riviera, da unser Hotel nur ca. 50 m vom Strand entfernt lag. Im Ort und am Strand war zu dieser späten Jahreszeit natürlich nicht mehr viel los. Nach dem gemeinsamen Abendessen ließen wir den Abend in der Hotelhalle gemütlich ausklingen.

   

Montags stand als erstes San Gimignano mit seiner mittelalterlichen Stadt samt kompletter Stadtmauer und den Geschlechtertürmen auf dem Programm. Nach dem Schlangestehen an der öffentlichen Toilette erfuhren wir bei der Stadtführung einiges über die Bedeutung und Geschichte dieser Türme, die teilweise heute noch bewohnt sind. Nach der Führung blieb noch kurz Zeit für ein Weltmeistereis, bevor es zum Mittag eine kleine Weinprobe des berühmten Chianti-Wein gab.
     

 Danach ging es weiter nach Siena. Bei einer Stadtführung sahen wir wieder zuerst die öffentlichen Toiletten, mit einem Mann, der seine Aufgabe (Geld kassieren) sehr, sehr Ernst genommen hat. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Siena sind der Piazza del Campo, wo jährlich ein spektakuläres Pferderennen, das Palio de Siena, durchgeführt wird und der gewaltige Dom, der von Außen und Innen gleichermaßen beeindruckt, vor allem der Marmorfußboden, der nur einmal im Jahr freigelegt wird (zufällig in unserer Reisezeit - oder extra?) und die Bibliothek mit sehr schöner Wand- und Deckenmalerei sind besonders sehenswert. Aber auch noch weitere imposante Bauwerke gibt es in Siena zu sehen. Etwas später als vorgesehen ging es dann zurück zur Küste, wo dann im Hotel nach dem Abendessen wieder die Bar belagert wurde, und die ersten Getränke langsam knapp wurden.

       

 

Am nächsten Tag hieß unser erstes Ziel Pisa, mit dem berühmten Schiefen Turm und der nicht weniger beeindruckenden Kathedrale, dessen Glockenturm der Schiefe Turm ist. Als erstes wurden wir von einer ganzen Horde dunkelhäutiger Menschen empfangen, die uns alles Mögliche von Uhren über Regenschirmen und Hüte bis zu Gürteln verkaufen bzw. andrehen wollten. Der erste Hinweis der Stadtführerin war dann auch, sich vor Taschendieben in acht zu nehmen. Nach einem kleinen Spaziergang an unzähligen Verkaufsständen vorbei erreichten wir die Stadtmauer und das Stadttor mit dem ersten beeindruckenden Blick auf den Schiefen Turm und Kathedrale. Ich hatte mir den Turm so schief nun wirklich nicht vorgestellt. Während der Führung erfuhren wir dann allerlei Interessantes über den Bau, die Geschichte und die Rettungsmaßnahmen des Turms. So neigte sich der Turm bereits beim Bau der unteren zwei Stockwerke aufgrund des hohen Gewichts, da der Turm aus massiven Marmor besteht. Man beschloss damals nach einigen Jahren Baustop den Turm weiter zu bauen, allerdings dann wirklich schief - und zwar entgegen der Neigung, damit der Turm oben wieder gerader wird. Die Stadtführung begrenzte sich eigentlich auf drei Gebäude, den Turm, die Kathedrale und die Taufkirche, da es in Pisa sonst wohl auch nicht mehr viel zu sehen gibt. Beendet wurde die Führung dann in der Kathedrale, wo es dann doch sehr anstrengend wurde den Geschichtszahlen und Namen der Führerin zu folgen. Im Anschluß an die Führung war bereits nur wenige Schritte entfernt das Mittagessen angerichtet.

    

Nach einem leckeren Essen verließen wir das doch sehr vom Tourismus geprägte Pisa und fuhren weiter nach Lucca, wo unsere Stadtführerin Anna schon wartete. Diese Führung wird sicherlich keiner der Fahrtteilnehmer so schnell vergessen - ich habe selten so eine lustige und dennoch informative Stadtführung mitgemacht. Neben den historischen Gebäuden haben wir dann erfahren, das man in Lucca, bezugnehmend auf Pisa, auch schöne Türme bauen kann, und das sogar gerade - äh. Hier blieb nach der Führung noch genügend Zeit um den Ort auf eigene Faust zu erkunden und ein schönes Eis zu essen.

     

Am Donnerstag folgte dann der landschaftliche Höhepunkt der Reise. Wir fuhren mit dem Bus über La Spezia (Das Gewürz) nach Cinque Terre. Ab Riomaggiore ging es zu Fuß weiter, erst durch den malerischen Ort, dann über den gebührenpflichtigen Wanderweg Via dell'amore, von wo man ständig einen wunderschönen Blick auf die Küste und das Meer hat, nach Manarola. Nun ging es mit dem Zug nach Monterosso zur Mittagspause, einer Weinprobe in einem Ladenlokal für maximal 15 Personen, wir waren aber 37. So bekamen die, die drinnen waren genug zum probieren, und die die draußen waren einen dicken Hals. Also sahen sich die meisten nach einer anderen Essgelegenheit um. Danach verließen wir Monterosso mit dem Boot bei ordentlichem Seegang und fuhren, wieder bei Kaiserwetter, die Küste entlang zurück nach La Spezia, mit einem Zwischenstop in Portovenere mit seiner alten Festung. Zwei Fahrtteilnehmer zogen es vor lieber mit dem Zug nach La Spezia zu fahren und so lieber “festen Boden” unter den Füßen zu behalten. Die Bootsfahrt war schon ein besonderes Erlebnis und ein landschaftlicher Augenschmaus. Ab La Spezia fuhren wir mit dem Bus wieder ins Hotel zurück, mit der Gewissheit einen wirklich schönen Tag erlebt zu haben.

                                          

Der letzte Tag in der Toskana gehörte der Hauptstadt - Florenz. Zuerst fuhren wir kurz zum Michelangelo-Platz hoch über Florenz mit einem wunderbaren Blick über die Stadt, aber wirklich nur kurz, also anhalten - aussteigen - fotografieren - einsteigen - abfahren.. Nach einer interessanten Stadtführung mit der Kathedrale und der berühmten Brücke Ponte Vecchio ließen es sich einige Kameradinnen und Kameraden nicht nehmen, nach dem Essen den Uffizien zumindest einen Kurzbesuch abzustatten. Die Uffizien, als Bürogebäude gebaut, mit der Galerie im Obergeschoß gilt als eines der bekanntesten Museen der Welt. Andere wiederum schlenderten lieber durch die doch sehr vollen Gassen von Florenz. Wieder zurück am Treffpunkt mit dem Bus, der aber noch nicht da war, standen dort unzählige fliegende Händler mit Bildern von Florenz.

                    

Am Abend stand dann noch eine Weinprobe mit Abendessen in Montecarlo auf dem Programm, der Ort hieß nun einmal so. Diese gut organisierte Weinprobe war wirklich ein gebührender Abschluß in der Toskana und die Stimmung während der Weinprobe und danach im Bus auf der Fahrt zum Hotel war dementsprechend ausgesprochen fröhlich und ausgelassen. Wieder im Hotel angekommen wurde dann ein letztes Mal die Bar überfallen, wobei die Getränkeauswahl mangels Angebot immer dürftiger ausfiel.

    

Am nächsten Morgen 7.00 Uhr haben einige Kameradinnen und Kameraden noch einmal im Meer gebadet bevor es nach dem Frühstück hieß Abschied zu nehmen von der Toskana. Unser Busfahrer Michael führte uns sicher, wie die ganze Fahrt über, zur Zwischenübernachtung nach Matrei am Brenner in Österreich. Hier gab sich dann erstmals nach einer Woche wieder ein vernünftiges Bier zu trinken, was auch rege genutzt wurde, und zwar passend zum mitreisenden Manöverkaiserpaar der 4.Kompanie ein Kaiser-Bier.

         

Samstags ging es nach einem guten Frühstück und einem vernünftigen Kaffe, auch das war nach einer Woche der erste, Richtung Heimat. Nach einigen Stunden Busfahrt und , wie schon bei der Hinfahrt, einer leckeren Mittagsimbiss-Bockwurst sind wir dann mit jeder Menge Erinnerungen und neuen Erfahrungen gegen Abend wieder in Iserlohn angekommen.

Uwe Klippert

 


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Kompanieausflug 2007

Die “Vierte” war wieder unterwegs - Kompanieausflug nach Kassel

Am 29. September trafen sich um 8.30 Uhr trotz Regenwetter 34 gutgelaunte, fröhliche Kameradinnen und Kameraden der 4. Kompanie des IBSV am Parkplatz der Parkhalle auf der Alexanderhöhe um mit dem Reisedienst Fischer zum Kompanieausflug 2007 nach Kassel zu starten.

Zur rustikalen Frühstückspause regnete es leider immer noch so heftig, dass selbst der mitgebrachte Pavillon die Reisegruppe nicht wirklich trocken hielt. So wurde relativ zügig die Pause durchgezogen und es ging weiter Richtung Kassel.

In Kassel angekommen stand als erstes der Besuch des Brüder Grimm Museum auf dem Programm. Hier erfuhr man vieles über das Leben und Schaffen der Brüder Grimm, die nicht nur durch ihre Märchensammlung berühmt geworden sind, sondern auch durch die Sprachforschung und durch das erste deutsche Wörterbuch - sie sind in ihrem Leben allerdings leider nur bis zum Buchstaben F gekommen. Das oberste Stockwerk des kleinen Museums widmet sich dann aber doch komplett dem Märchen, wo sich groß und klein verzaubern lassen kann und man (z.B. ein Manövermeister) auch mal als König auf dem Thron mit Krone Platz nehmen kann. Wir verließen dann die Brüder Grimm, um unser Hotel aufzusuchen, das Markhotel Hessenland.

Danach war kurz Zeit zur freien Verfügung, die dann individuell genutzt wurde, z.B. um ein Nickerchen zu machen, ein Cafe oder eine Gaststätte zu besuchen, oder um einen Stadtbummel zu machen, da das Hotel sehr zentral an der Fußgängerzone von Kassel lag. Nachmittags stand dann die kombinierte Stadtrundfahrt und Rundgang auf dem Programm, bei der es viel über die Stadt zu sehen und hören gab. So wurde uns das Ottoneum, das Staatstheater, die Orangerie, das Marmorbad, einige Kunstwerke, die zur “documenta” errichtet wurden und noch vieles mehr näher gebracht und erläutert. Abschließend wurde noch ein kleiner Abstecher in den Bergpark Wilhelmshöhe zur Löwenburg gemacht, die wir am nächsten Tag dann besichtigten.

Wieder zurück am Hotel war noch etwas Zeit zum verschnaufen, bevor es zum gemeinsamen Abendessen in das Restaurant “Eckstein” ging. Nach dem langen Fußmarsch zum Restaurant (einmal um die Ecke) ließen sich die meisten erst einmal ein frisch gezapftes Kasseler Pils schmecken. Nach einem wirklich hervorragendem Essen und gemütlichem Beisammensein, erkundete dann die “Vierte” in kleinen Gruppen das Nachtleben von Kassel, z.B. in einem Irish Pub bei dem ein oder anderen Kilkenny und bei Livemusik. Um 0.00 Uhr trafen sich die meisten wieder in der Hotelbar um Angela zu ihrem Geburtstag zu gratulieren, und sie hochleben zu lassen. So klang dann der erste Tag des Ausfluges langsam mit einem Rekordumsatz für der Hotelbar aus.

      

Am Sonntag stand dann, bei gutem Wetter, der Bergpark Wilhelmshöhe (der größte Bergpark Europas, mit über 800 unterschiedlichen Gehölzarten) mit Löwenburg, Herkules, Wasserspielen und Schloß Wilhelmshöhe auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zuerst zum ICE-Bahnhof, um dort bei einer Bäckerei den Kuchen für das Kaffeetrinken am Nachmittag einzuladen. Dann stand die Besichtigung der von 1793 bis 1800 von Landgraf Wilhelm IX (später Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel) gebauten Löwenburg auf dem Programm. Da Landgraf Wilhelm IX ein großer “Fan” vom Mittelalter und der Ritterzeit war, ließ er sich diese beeindruckende Burg als künstliche Ruine im Stil einer Ritterburg des Mittelalters bauen, mit fürstlichen Wohn- und Aufenthaltsräumen im barocken Zuschnitt. In der Löwenburg ist auch seine große Sammlung von Ritterrüstungen, Rüstungsteilen und Waffen aufbewahrt. Nach einer interessanten Führung, die etwas länger als geplant war, fuhren wir zum Herkules, dem Wahrzeichen Kassels, das leider wegen Renovierungsarbeiten komplett eingerüstet war. Im dortigen Restaurant wartete eine deftige Kartoffelsuppe mit Bockwurst auf uns.

Nach der Stärkung, die wir für das was vor uns lag auch brauchten, ging es mit unserer Stadtführerin zum Höhepunkt der Fahrt, zur Besichtigung der ca. 250 Jahre alten Wasserspiele. Die Stadtführerin hat schon vorher auf die Strapazen hingewiesen, sodaß die Gruppe aufgeteilt wurde, in die Fußgänger, die die Wasserspiele hautnah miterlebten und die über 500 Stufen zum Schloß Wilhelmshöhe hinunter liefen, und in die Busfahrer, die sich diesen Weg, der auch relativ schnell absolviert werden mußte, nicht zutrauten. Nach einer kurzen Erklärung der Führerin ging es los, das Wasser wird um Punkt 14.30 Uhr von Hand angedreht, sowie überhaupt die kompletten Wasserspiele manuell gesteuert werden. Der Ablauf ist so konzipiert, dass die Besucher das Wasser und seinen Lauf von oben nach unten begleiten und alle einzelnen Stationen betrachten können. Wir sind nun dem Wasser hinterher die Stufen hinunter gelaufen und hatten immer wieder grandiose Bilder vor Augen, wie das Wasser mal über Kaskaden und Treppen läuft, als Gebirgsbach über Steinen unter der Teufelsbrücke durchfließt, über ein Aquädukt in einen Wasserfall endet und schließlich im Fontänenteich eine 52 Meter hohe Fontäne den Abschluß der Wasserspiele bildet. Für die Wasserspiele werden 1.200 m³ Wasser benötigt. In verschiedenen Becken wird das benötigte Regen- und Schmelzwasser gesammelt. Es gibt zwei Wasserwege, und das Wasser durchläuft alle Stationen allein durch natürlichen Druck. Es werden keinerlei Hilfsmittel angewandt. Nach Beendigung der Wasserspiele wird das Wasser unterirdisch in die Fulda abgeleitet. Sieben Personen öffnen an den jeweiligen Stellen die Wasserschieber.

Nach diesem “Gerenne” vom Herkules bis zum Schloß Wilhelmshöhe, immerhin ca. 250 Höhenmeter Unterschied, folgte noch ein kleiner Spaziergang durch den Park bis zum Parkplatz, wo der Bus auf uns wartete. Nun gab es am Bus nach alt bekannter Art Kaffee und Kuchen, natürlich auch andere geistige Getränke. Danach war es Zeit nach Iserlohn zurück zu fahren. Nach kurzweiliger Fahrt waren wir gegen 19.30 Uhr wieder in Iserlohn auf der Alexanderhöhe mit der Gewissheit, ein sehr schönes Wochenende, sowie einen tollen Kompanieausflug der “Vierten” erlebt zu haben, der wie immer hervorragend organisiert, vorbereitet und ausgeführt wurde.


Uwe Klippert

 


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Kompanieausflug 2005

Fahrt nach Schottland und Besuch des Edinburgh Military Tattoo

Mittwoch 10. August

Pünktlich um 8.00 Uhr ging unsere Fahrt ab Parkplatz Bethanien mit 35 Personen (4. Kompanie und Gäste) los, und genauso pünktlich setzte der Regen ein. Im Bus störte uns das relativ wenig und so fuhren wir gut gelaunt und voller Erwartungen Richtung Fähre mit geplantem Zwischenstop in Amsterdam. Nach einem ausgiebigem Frühstück auf einem Parkplatz erreichten wir Amsterdam bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, sodass man nach Herzenslust, shoppen, besichtigen, Straßencafés besuchen, oder einfach nur bummeln konnte. Alle waren dann wieder pünktlich am Abfahrtort, nur Hans Walenzik und der Bus nicht, da keine Parkmöglichkeit vorhanden war. Nachdem Hans eine Ehrenrunde gedreht hat, und wieder bei uns vorbei kam, konnte er auch anhalten um uns einsteigen zu lassen. Nun ging es zum Fährhafen nach Ijmuiden, wo “unser Schiff”, die “King of Scandinavia” bereits wartete. Da die Eincheckterminals der DFDS-Seaway überfüllt waren, beschloss Hans erst noch eine kurze Verpflegungspause einzulegen, da unser Abendessen an Bord erst gegen 21.00 Uhr geplant war. Nach der Stärkung und dem Einchecken ging es dann zu Fuß an Bord des Schiffes und die Gespräche über den zu erwartenden Seegang nahmen erheblich zu. Nachdem alle Fahrzeuge verstaut waren hieß es gegen 18.00 Uhr “Leinen los”, und unter den Klängen eines Marsches über die Bordlautsprecher legte das Schiff Richtung Newcastle ab. Es herrschte unter den Teilnehmern unserer Reisegruppe eine ausgelassene fröhliche Stimmung, die sich aber mit zunehmender Fahrt bei einigen aufgrund der berühmt, berüchtigten Seekrankheit merklich verschlechterte. Das Schiff schwankte und schlingerte während der gesamten Fahrt schon mächtig, obwohl die See augenscheinlich eigentlich sehr ruhig wirkte. So konnten leider nicht alle Mitreisende das hervorragende und reichhaltige Abendbuffet genießen. Nach dem Abendessen hat dann jeder auf seine Art und Weise das Bordleben genossen, bis der schwankende Gang (aufgrund des Seegangs) zur Nachtruhe in die Kabinen angetreten wurde.

Donnerstag 11. August

Gegen 9.00 Uhr britischer Zeit legte das Schiff nach einem wiederum sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet in Newcastle an. Nach einer zähen Passkontrolle erreichten wir britischen (englischen) Boden und konnten im Linksverkehr gen Schottland fahren. Etliche Kilometer später suchte Hans eine geeignete Stelle für unsere Mittagspause und bereitete das Mittagessen vor. Neben Brot, allerlei Wurst und Käse gab es auch noch Hühner- und Erbsensuppe sowie Bockwurst. Bei dem Gedanken an kalte Erbsen- bzw. Hühnersuppe wollte keiner so richtig zuschlagen, bis sich herausstellte, dass die Suppe und auch die Würstchen heiß waren. Nach der allgemeinen Verwunderung über die heiße Suppe erklärte Hans uns dann, dass die Suppe im Motorraum stand und somit durch die Wärme des Motors “gekocht” wurde, sodass wir dann “Suppe a la Setra” genießen konnten. Natürlich gab es auch noch Obst zum Nachtisch. An dieser Stelle muss man Hans Walenzik für die wirklich hervorragende Verpflegung während der gesamten Tour ein großes Lob aussprechen, der kaum einen Wunsch seiner Fahrgäste unerfüllt lassen musste. Dann ging die Fahrt weiter nach Melrose, einer gemütlichen, mit Blumen reich geschmückten Kleinstadt und der Melrose Abbey, einer mächtigen Klosterruine aus dem Ende des 15. Jahrhundert. Leider war die Zeit sehr knapp, sodass jeder für sich selbst entscheiden musste ob der Ort oder die Abbey besichtigt wird. Nun nahmen wir die letzte Etappe in Angriff, nach Glasgow zu unserem Hotel “Erskine Bridge”, schön gelegen an der gleichnamigen Brücke über den Fluss Clyde. Aufgrund der engen Straßen kamen wir mit Verspätung im Hotel an und konnten fast sofort zum Essen gehen. Nach dem ein oder anderen Getränk in der Hotelbar ging der Abend, aufgrund allgemeiner Müdigkeit und unruhiger Nacht zuvor, früh zu Ende.

Freitag 12. August

Nach dem berühmten britischen Frühstück stand eine Fahrt nach Glamis Castle auf dem Programm. Zuerst holten wir unsere Reiseleiterin Ruth ab, dann ging es über Dundee zum Glamis Castle, in dem Queen Mom ihre Jugend verbrachte und Prinzessin Margret geboren wurde. Einer der Höhepunkte des Tages, zumindest für Hans Walenzik, war die Einfahrt zum Schlosspark, durch einen Torbogen der kaum breiter ist als der Bus selbst. Danach folgte eine malerische Eichenallee auf der man genau auf das Schloss zufährt. Da unsere Führung erst später begann, gab es noch eine kleine Verpflegungspause auf dem Busparkplatz. Es folgte die beeindruckende Führung durch den nicht bewohnten Teil von Glamis Castle. Das Castle aus dem 15.-16. Jh. ist heute noch in Privatbesitz und der riesige Schlosspark wird für Feierlichkeiten, wie Konzerte, Pferdeveranstaltungen usw. zur Verfügung gestellt. Nach dem obligatorischen Einkauf der Souvenirs und Postkarten im “Giftshop” ging die Fahrt zurück Richtung Glasgow mit Stop am Stirling Castle, einer mächtigen Burg über der Stadt Stirling. Für eine Besichtigung war die Zeit leider zu kurz, sodass nur der Souvenirshop und Schlossvorhof besucht werden konnte. Dann ging es zurück ins Hotel zum Abendessen und der erste ganze Tag in Schottland war vorbei.

Samstag 13. August

Heute sollte es zur Stadtbesichtigung nach Edinburgh gehen, doch bei einem Blick aus den großen Fenstern im Speisesaal wollte keinem das Frühstück so recht schmecken, es schüttete wie aus Eimern. Doch schon bei der Abfahrt am Hotel kamen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und so fuhren wir erwartungsvoll nach Edinburgh, Hauptstadt von Schottland. Unser erster Halt während der Stadtrundfahrt in Edinburgh, nachdem wir unsere Reiseleiterin Helen (geboren in Irland) abgeholt haben, war Calton Hill mit dem Nelson Monument. Von hier hat man einen herrlichen Panoramablick über die Stadt, nach Edinburgh Castle und zum Forth of Fife und den Hafenanlagen von Leith. Nach zahlreichen interessanten Erklärungen von Helen setzten wir die Fahrt fort, zum Hafen mit der Royal Yacht Britannia und zum königlichen Botanischen Garten. Hier ergab sich die Gelegenheit zur Besichtigung der “Keramikabteilung” und des Souvenirshops. Während der Stadtrundfahrt sorgte Hans immer wieder für ein Schmunzeln der Stadtführerin, wenn er während der Fahrt Fotos machte, oder mitten auf der Kreuzung zum fotografieren anhielt, sie konnte natürlich nicht wissen, das Hans nicht nur der Busfahrer war, sondern auch Mitreisender. Danach ging es zum Palace of Holyroodhouse (Wohnsitz der Queen wenn sie sich in Edinburgh aufhält), dem Dynamic Earth (modernes Museum über die Entwicklung der Erde) und dem neuen, sehr gewöhnungsbedürftigen Parlamentsgebäude vorbei, über die Royal Mile (Verbindungsstraße zwischen Palace of Holyroodhouse und Edinburgh Castle) zu unserer Endstation der Stadtrundfahrt unterhalb des Edinburgh Castle. Nun verabschiedeten wir unsere Reiseleiterin und erkundeten in kleinen Gruppen Edinburgh individuell zu Fuß. Aufgrund der Aufenthaltszeit von “nur” drei Stunden musste man sich entweder für die Besichtigung des Castles oder der Stadt entscheiden. Durch das Edinburgh Festival, welches viele Festivals beinhaltet, herrscht zu dieser Zeit in der Stadt, gelinde gesagt ein geschäftiges und quirliges Treiben. Auf der oberen Royal Mile tummelt sich eine Vielzahl von Straßenkünstlern, sodass es viel zu sehen gibt. Gegen 17.00 Uhr erreichten alle Mitfahrer erschöpft aber zufrieden den Bus, mit der Erkenntnis, dass drei Stunden für eine Stadt wie Edinburgh erheblich zu wenig sind. Auf der Rückfahrt zum Hotel wurden dann die unterschiedlichen Eindrücke des Tages der einzelnen “Erkundungstrupps” ausgetauscht. Hans Walenzik hat uns dann für den Abend nach dem Essen zum “Bergfest” an den Bus eingeladen. Dort verlebten wir bei dem ein oder anderen Hochprozentigen einen schönen Abend und ließen die erste Hälfte des Kompanieausfluges Revue passieren. Bei dieser Gelegenheit bekam Hans von einem schottischen Busfahrer einen Parkausweis für das Military Tattoo, Hans bedankte sich bei ihm mit zwei Flaschen Iserlohner Pilsener.

Sonntag 14. August

Nun ging es auf große Highland-Rundfahrt. Unsere Reiseleiterin erwartete uns am Bus und bei “Kaiserwetter” fuhren wir zum ersten Fotostop nach Luss am Loch Lomond. Dieser Tag entwickelte sich teilweise wie die Fahrt einer japanische Reisegruppe - Bus anhalten - aussteigen - Fotos machen - einsteigen - weiterfahren. Nächster Halt war ein Parkplatz mit einer wunderschönen Aussicht in das Glen Croe. Dann besuchten wir den kleinen Fischerort Inveraray (ca. 490 Einwohner) am Loch Fyne. Vorbei am Loch Linnhe kamen wir, nach einem schmackhaften Imbiss am Bus in bewährter Weise, serviert von Hans, nach Fort William am Fuße des Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens 1343m. Weiter ging die Fahrt durch die reizvolle Landschaft der Highlands mit einem kurzen Zwischenstop an der Distillery Dalwhinnie inklusive Whiskyverkostung zum Blair Castle aus dem 13.Jh., welches sich seit dem 17.Jh. im Besitz des Duke of Atholl befindet. Der Duke of Atholl darf als einziger in ganz Großbritannien eine Privatarmee unterhalten, die “Atholl Highlanders”. Leider hatten wir bei Blair Castle aus Zeitgründen nicht mehr die Möglichkeit einer Besichtigung, sodass nur das Schloss von außen und der Park mit dem prächtigen, alten Baumbestand bestaunt werden konnte. Nach dem Aufenthalt und einem hektischen Gruppenfoto mussten wir den Park mit dem Bus durch eine sehr enge, nicht gerade für einen Reisebus geeignete Nebenausfahrt verlassen, da der Haupteingang schon abgeschlossen war. Nun ging die Fahrt über Pitlochry und Perth zurück zum Hotel nach Glasgow. So endete ein sehr schöner, aber auch anstrengender Tag bei hervorragendem Wetter in den schottischen Highlands.

Montag 15. August

Heute stand die Besichtigung von Glasgow auf dem Plan. Erster Stop der Stadtrundfahrt, nachdem wir unsere Reiseleiterin (geboren in Frankfurt) abgeholt haben, war die sehr sehenswerte, mit schönen Glasfenstern versehene Cathedrale of St. Mungo, dem ältesten Gebäude von Glasgow aus dem 12. Jh.. Danach fuhren wir am Nationalmuseum und an der Universität vorbei zum George Square, um uns dort die Eingangshalle des prachtvollen Rathauses anzusehen. Endpunkt der Stadtrundfahrt war die Royal Concert Hall, von dort ging es zu Fuß und individuell weiter durch die Fußgängerzone. Nun ging es zurück ins Hotel und es hieß schon wieder Koffer packen. Am späten Nachmittag fuhren wir nach Edinburgh, zum Höhepunkt der Fahrt, dem Military Tattoo auf der Esplanade des Edinburgh Castle. Die Stadt droht jedes Mal vor einer Veranstaltung aus den Nähten zu platzen, da ca. 8000 Zuschauer pro Aufführung (jedes Jahr 24 Aufführungen) über die nicht sehr breite Royal Mile zum Castle hinauf müssen. Aber die Polizei hat dort natürlich ihre Erfahrung und führt den Besucherstrom relativ zügig zum Tattoo-Gelände. Das Tattoo selber war, wie erwartet, wirklich der große Höhepunkt der Fahrt, die Musik, die Show mit Pyrotechnik und Lichteffekten, die Stimmung und das ganze Drumherum lässt sich mit Worten überhaupt nicht beschreiben, man muss es einfach mal erlebt haben. Neben über 200 Dudelsackspieler und Trommler waren u.a. am diesjährigen Tattoo die britischen Kapellen der Royal Marines, der Light Division und der Scottish Division beteiligt, sowie eine Steel Band aus Trinidad & Tobago und die Band + Drillkontingent der Kongensgarde Oslo aus Norwegen. Insgesamt waren über 1000 Personen beteiligt, die unter großem Applaus und mit Feuerwerk das Finale bildeten. Das Edinburgh Military Tattoo ist die grandioseste, aber auch stimmungsvollste Veranstaltung dieser Art in Europa, wenn nicht sogar in der Welt, bei der man mit einer “Gänsehaut” auf der Tribüne sitzt. Nach dem Tattoo ging es wieder zum Bus und nach dem ersten Gedankenaustausch und einem Bierchen zurück in unser Hotel, womit unser letzter Tag in Schottland zuende ging. Eine Überraschung gab es auf der Rückfahrt aber noch, und zwar hatten zwei Mitreisende, Reinhold Beckmann und Rolf Fricker, am Dienstag den 16.August Geburtstag, und so hat Hans um kurz nach Zwölf an einer Tankstelle angehalten, und wir haben den beiden Geburtstagskindern ein Ständchen gebracht und ihnen ein kleines Geschenk der Kompanie übergeben, und zwar einen echten, spielbaren Dudelsack im Miniformat.

Dienstag 16. August

Heute hieß es Abschied nehmen von Schottland. Nachdem alle Koffer und Souvenirs verstaut waren ging es nach Süden. Unterwegs machten wir noch eine Pause für einen kleinen Sektumtrunk, den Reinhold spendiert hatte. Hier versuchte Reinhold dann auch uns ein Ständchen auf dem Dudelsack zu spielen, aber das Dudelsack spielen sieht offenbar einfacher aus als es ist. Auf dem weiteren Weg nach Newcastle, zur Fähre legten wir noch einen Zwischenstop in Gretna Green ein. Das schottische Grenzdorf Gretna Green gilt seit über 200 Jahren als Hochzeitsparadies, wo früher die Verliebten vom Schmied des Old Blacksmith Shop ohne die Zustimmung der Eltern getraut werden konnten. Heiraten kann man hier auch heute noch, allerdings wird die Zeremonie nicht mehr von dem Schmied durchgeführt. Danach verließen wir Schottland und nahmen die letzte Etappe in Angriff um nach Newcastle zur Fähre zu kommen. Mit der “Duke of  Scandinavia” ging es dann zurück nach Ijmuiden. Diesmal konnten alle die Verpflegung und das Treiben an Bord in vollen Zügen genießen.

Mittwoch 17. August

Morgens legten wir nach einer ruhigen Überfahrt bei Kaiserwetter an. Da in Amsterdam/Ijmuiden gerade die “Sail” stattfand, war ordentlich Verkehr auf dem Wasser, aber auch auf der Straße. Im Hafen war vom Großsegler, über Hafenschlepper und Ausflugsboote, bis zum Schlauchboot alles zu sehen, was auf dem Wasser schwimmt. Trotz bestem Wetter wollte die Mehrheit wegen allgemeiner Müdigkeit direkt nach Hause. Nach einer Mittagspause und dem letzten Imbiss am Bus in bewährter Form aus Hans schier unendlichen Lebensmittelvorräten waren wir gegen Nachmittag wieder zurück in Iserlohn. Wir waren uns alle einig, dass wir einen sehr schönen und erlebnisreichen Kompanieausflug in Schottland erlebt haben und bedanken uns noch einmal recht herzlich bei unserem “Reisemarschall” Bernd Krewett und bei Hans Walenzik für die Ausarbeitung und Organisation der Fahrt. Außerdem bedanken wir uns bei unserem “Mitreisenden Busfahrer”  und “Chefkoch” Hans für die tolle Verpflegung und die sichere Fahrt. Der ein oder andere plant aufgrund des Erlebten möglicherweise im Geiste schon die eigene Reise zum Edinburgh Military Tattoo - vielleicht 2006 oder 2007?

Uwe Klippert

 


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Kompaniefahrt in den Spessart

Am 31. Juli trafen wir uns um 7.00 Uhr morgens am Parkplatz Bethanien um am Kompanieausflug 2004 teilzunehmen, der uns in den Spessart führen sollte, wo es u.a. galt, den 65. Geburtstag unseres stellvertretenden Kompaniechefs, Otmar Kleespies, zu feiern.

Die erste Überraschung erlebten wir, als uns Hans Walenzik mit seinem neuen und sehr schönen, mit dem Wahrzeichen der Stadt Iserlohn, dem Danzturm, verzierten Reisebus (in „Kompanieblau“) abholte. Nachdem das Gepäck und die Verpflegung verstaut waren und alle Fahrgäste einen Sitzplatz gefunden hatten, konnte die Fahrt beginnen und Kurs auf den ersten Programmpunkt genommen werden, die Burg „Ronneburg“.

Unterwegs durfte natürlich die traditionelle  Frühstückspause nicht fehlen, bei der wir uns mit Snacks von Barbara und - unter dem Knallen von Sektkorken - mit Getränken von Hans Walenzik, verwöhnen ließen.

Auf Burg Ronneburg erlebten wir dann eine interessante Falknervorführung und erfuhren einiges aus dem Leben der Greifvögel. Star der Vorstellung war ein Uhu, der sogar gestreichelt werden durfte, danach aber nicht unbedingt wieder in seine Voliere zurück wollte.  Nach der Flugshow der Vögel begaben wir uns in das Burgrestaurant, um uns in gediegenem Ambiente etwas zu stärken.

Danach ging die Fahrt weiter Richtung Gelnhausen, wo man beim Aussteigen schlagartig feststellen konnte, wie gut eine Klimaanlage ist und einige wären am liebsten gleich im Bus sitzen geblieben. Der Ort wurde dann von jedem selbst bzw. in Gruppen individuell je nach Lust und Laune besichtigt, z.B. die Kaiserpfalz, die Marienkirche, die Altstadt oder die Eiscafés. Irgendwann hieß es wieder Abschied von Gelnhausen zu nehmen, um zu unserem eigentlichen Zielort Pfaffenhausen aufzubrechen.

Dort erwarteten uns vor dem Gasthof bereits unsere Manövermeisterin und der Prinzgemahl, die mit dem Motorrad vorausgefahren waren. Nach dem Beziehen der Zimmer und einer kleinen Ruhepause wurde es langsam Zeit für unsere „Sommeruniform“ (Schützenmütze, Uniformhemd, Kompanie-Krawatte), die wir als Überraschung für Otmar mitgenommen hatten. Da leider keine Kapelle erschien, um uns wie eigentlich geplant zu begleiten, mussten wir ohne Musik losziehen. Als von weitem die gehisste IBSV-Fahne zu sehen war, nahmen wir Aufstellung und zogen, das Lied „Oh du schöner Westerwald..“ singend, im Gleichschritt durch den Spessart zu Otmars Haus. Der freute sich sichtlich ob der „grünen Invasion“.

Die anschließende Geburtstagsfeier im Garten hatte dann schon etwas von einem kleinen Schützenfest. Hervorragend versorgt durch Otmars Neffen, ließen wir uns diverse Spezialitäten aus dem Spessart, wie Handkäs’ mit Musik oder Spessarter Wurst schmecken. Auch bei den Getränken gab es eine Spezialität und zwar selbstgemachte „Spessarter Birnenbowle“, die allerdings aus organisatorischen Gründen aus Pfirsichen hergestellt wurde und sich als der Renner der Feier herausstellte. So verging der Abend viel zu schnell und der symbolisch ernannte „Schließmeister“ der 4. Kompanie machte seinem Titel alle Ehre und sorgte dafür, dass auch die letzten Festgäste unbeschadet wieder den Gasthof erreichten, obwohl der Rückweg dank der „Birnenbowle“ nicht unbedingt auf direktem Weg zurückgelegt werden konnte.

Am Sonntagmorgen ging es nach dem Frühstück wieder in Otmars Garten – zum Frühschoppen. Obwohl nicht alle den fittesten Eindruck machten, wurde es ein gelungener Vormittag, der sich über das Mittagessen bis zu Kaffee und Kuchen, der eigentlich nicht mit eingeplant war, ausdehnte.

So kam dann unaufhaltsam, wenn auch verspätet, der Punkt um sich zu verabschieden und die Heimreise anzutreten. Es waren noch keine fünf Kilometer gefahren worden, da wurde im Bus schon durchgerechnet, wann im Hause Kleespies der nächste runde Geburtstag stattfindet!

Die Rückfahrt verlief nach diesem „anstrengenden“ Frühschoppen relativ ruhig und nach einem Abendessen zum Abschluss des sehr gelungenen Kompanieausfluges bei sehr gutem Wetter und Superstimmung brachte uns Hans Walenzik wie immer sicher zum Bahnhof zurück.

Uwe Klippert

 


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Der Blick über den eigenen Tellerrand

Gemeinsam die Welt kennenlernen

Schon immer zog es die Schützen hinaus, um die eigene Heimat aber auch die Ferne
kennenzulernen, nicht nur in heimatkundlichen Vorträgen oder Reiseberichten. Man wollte
seinen Horizont erweitern, das was außerhalb der Heimat wartet erleben. Ausflüge,
Damenfahrten, Offiziersausflüge fanden statt, doch dann brach eine neue Ära an, die
eng mit Alfred Beuke und Bernd Krewett verbunden ist: Kompaniefahrten.

Am 11.9.1975 war es zum ersten Mal so weit – 50 Schützen, darunter auch einige
Jugendzug-Mitglieder und Freunde vom BSV Lössel, waren mit von der Partie. Mit
dem D-Zug ging es an die Seine: Paris wurde erkundet. Man lernte nach einer
Stadtrundfahrt den Louvre kennen, fuhr nach Versailles, besuchte bei einem
Stadtbummel die bekanntesten Pariser Kaufhäuser und bestieg den Eiffelturm. Am
Abend folgte eine Fahrt durch das „beleuchtete Paris“ u.a. mit einem gläsernen
Schiff, dem „bateau mouche“, auf der Seine und man lernte den märchenhaften Zauber
der Weltstadt kennen. In den zwei Tagen in Paris nahm man viele Eindrücke auf und
alle kehrten begeistert heim.

Kein Wunder, dass dieser Erfolg nach Fortsetzung verlangte. Die Kompanieführung machte
es möglich. 1976, also noch mitten im Kalten Krieg, ging es – wieder mit dem Zug – mit
einer großen Reisegruppe nach Berlin – damals noch geteilte Stadt. Und dort
besuchte man nicht nur den westlichen Teil mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten wie
Reichstag und Berliner Mauer, sondern es ging auch hinüber nach Ost-Berlin. Es war schon
ein beklemmendes Gefühl, im Bahnhof Friedrichstraße von bewaffneten Soldaten
misstrauisch beäugt zu werden, genaue Kontrollen zu durchlaufen – man war doch eigentlich
Landsmann – Zwangsumtausch und dann endlich die Stadt erkunden. Einige nutzten
die Gelegenheit Verwandte zu treffen, andere lernten die Staatsmacht näher kennen - sie hatten
schwarz Devisen getauscht (natürlich zu günstigem Kurs) und konnten auf dem Rückweg
nach West-Berlin, als wieder die strengen Kontrollen der DDR-Grenzwächter passiert
werden mussten, keine Quittungen über den Devisenumtausch vorweisen. Ein Kamerad
wurde daraufhin für mehrere Stunden festgehalten, die gekauften Waren eingezogen.

Ein Jahr später waren es 120 Mitglieder, die sich aufmachten, London zu erkunden.
Eine Gruppe fuhr bereits Donnerstags mit dem Bus voraus, verabschiedet von Kompaniechef
Alfred Beuke im Kilt, die anderen folgten am nächsten Tag per Flugzeug. Unter den Schützen,
die im britischen Königreich landeten, war übrigens auch der amtierende IBSV-König
Horst Fischer. Nach anfänglichen Problemen mit den Hotelzimmern für die große Gruppe hatte
Bernd Krewett das Problem bald im Griff und die „Krewett-Party“ wurde schnell untergebracht.
Schottischer Abend mit einem Schützenkönig auf der Bühne des „Caledo­nian“, angetan
mit Schottenrock und Mütze, Tower mit Iserlohner Kettenhemd – dort traf man einen Beefeater,
der sechs Jahre in Iserlohn stationiert war – Piccadilly Circus, Trafalgar Square, London
war wirklich eine Reise wert. Und was es mit der Streikbereitschaft der Briten auf sich hat,
lernten die Schützen ebenfalls kennen, denn beim Rückflug geriet man noch in einen Streik
bei der Fluggesellschaft, so dass man kurzerhand die Rückkehr in Eigeninitiative organisierte.


Am Rande der Steubenparade mit dem Ehepaar Sommer

Es folgten jährliche Ausflüge, bei denen man im Wechsel neben europäischen Hauptstädten
auch interessante deutsche Städte kennenlernen konnte und auch Fernreisen kamen hinzu.
So erstmals 1982, als es nach New York ging. 66 Teilnehmer erlebten acht unvergessliche
Tage in Amerika mit der Teilnahme von 23 uniformierten Kompaniemitgliedern an der berühmten
Steubenparade als Höhepunkt. Während dieser Reise kam es auch zu einem Treffen mit den
ehemaligen Iserlohnern Walter Bührmann, Erich Hoffmann und Hans Sommer.

1989 stand im Zeichen der Perestroika einer der größten Ausflüge überhaupt an: Moskau
und Leningrad. Fast 140 IBSVer ließen sich diese Gele­genheit nicht entgehen. Vier Tage in
Moskau, hier seien nur der Kreml, das Leninmausoleum, der rus­sische Staatszirkus,
Folkloreabende und der Ausflug nach Sagorsk genannt und drei Tage Leningrad, wo man
u.a. die kulturellen Schätze in der Eremitage bewundern konnte – wer an dieser Reise
teilnahm, lernte nicht nur viel über das alte Russland, sondern erlebte vor allem ein Volk
im Umbruch, auf dem Weg von der alten sozialistischen Ordnung, deren negative Auswirkungen
man an allen Ecken und Enden noch erleben konnte, hin zu einer neuen, eher kapitalistisch
geprägten Ordnung.

Hervorzuheben ist noch die Reise 1994 nach Peking, als 70 Personen einen zehnstündigen
Flug auf sich nahmen, den Kaiserpalast, die Verbotene Stadt, die Ming-Gräber und die
Große Mauer sahen und an ei­nem Pekingentenessen, einem festlichen Bankett mit 14 Gängen,
teilnahmen und 1998 ging es nach Syrien, zur Wiege der menschlichen Kulturgeschichte
und immerhin 36 Teilnehmer bereisten die Heimat unseres Offizierskameraden Mounir Miro.

 
Besuch der verbotenen Stadt in Peking   


       Erste Reitstunden in der syrischen Wüste

 

Was ist nun das Erfolgsgeheimnis dieser Kompanie-fahrten oder besser -reisen? Sie zeichnen
sich durch hervorragende Organisation aus und bieten den Teilnehmern so viel Wissenswertes
über Land und Leute, dass man sie eigentlich schon als Bildungsreisen bezeichnen müsste. Das
wichtigste aber ist wohl, dass man all dies gemeinsam mit seinen Kameraden erleben kann – auf
sich allein gestellt würde einem nicht nur das Gemeinschaftserlebnis fehlen, sondern man würde
wohl schwerlich all das kennenlernen, was die Kompaniefahrten wie selbstverständlich anbieten.

Klaus Opterbeck

 


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